Alexander Reher hört nach dieser Saison auf.

Seine ganze Seniorenkarriere hat der Fußballer beim B-Ligisten SC Capelle verbracht – und seine Laufbahn hätte, wenn es nach ihm geht, auch noch viel länger gehen können. Trotzdem hört der Spieler im Sommer mit dem Fußball auf, eines ist ihm aber wichtig zu betonen.

Selm281018„Das hat nichts mit dem Verein zu tun. Für mich kam nie ein anderer Verein infrage. Ich hätte unendlich lange gespielt“, sagt Alexander Reher. Warum kehrt er dem SC Capelle dann nach dieser Saison den Rücken?
„Das hat berufliche Gründe. Ich habe oft noch spät Termine, kann dann nicht zum Training. Jede zweite Woche ist bei mir eine Sechs-Tage-Woche“, sagt der 30-Jährige, der seit zwei Jahren mehr Aufgaben in seiner Firma übernehme.
„Wenn Fußball mehr Belastung als Spaß ist, dann muss man darüber nachdenken“, so der Abwehrspieler. Zu seiner Entscheidung habe auch die lange fußballfreie Zeit im vergangenen Jahr beigetragen.
„Die Überlegungen gingen im ersten Lockdown los. Da hatte man automatisch einen Vergleich, wie es ohne Fußball ist, als mehrere Monate nicht gespielt werden konnte.“ Ab der kommenden Saison wird das für Reher also die Normalität sein.

In dieser Spielzeit hofft der Capeller, der seit den Minikickern für den Verein spielt und nur drei Jahre in der Jugend bei der Jugendspielgemeinschaft NordSüdCap ein anderes Trikot trug, dass er nochmal auf dem Platz stehen kann.

„Ich habe die Hoffnung, dass ich bis zum Saisonende noch zwei, drei Spiele machen kann, aber ich glaube nicht, dass das realistisch ist“, traut Reher dem Plan zum Re-Start der Spielzeit im Mai noch nicht wirklich.

„Ich kenne keinen Stürmer, der gerne gegen Alex spielt. Er ist sportlich gemeint knochenhart, aber geht null Kompromisse ein. Der Zweikampf ist seine wahnsinnige Stärke, das ist außergewöhnlich. Er ist unglaublich ehrgeizig“, sagt Trainer Reinhard Behlert über seinen Verteidiger.

Was war denn Rehers schönste Erinnerung an seine Fußballkarriere? „Es gab eine Saison, da galten wir schon als sicherer Absteiger. Wir haben eine super Rückrunde hingelegt und sind noch drin geblieben. Da hat keiner mehr dran geglaubt“, erinnert sich das SCC-Urgestein - und macht Schalke 04 mit dem Beispiel Hoffnung, trotz großem Rückstand auf einen. Nichtabstiegsplatz doch noch den Abstieg in die zweite Bundesliga zu verhindern. Das dürfte auch Schalke-Fan Behlert gerne hören.

(Quelle: Ruhrnachrichten)